Autor: Helin Özbek

Helin Özbek – Internationaler Frauentag

Alle Jahre begehen wir wieder: den Frauentag am 8. März. Wir halten oder hören schöne Reden und freuen uns auf die Blumen. Das Ganze fing am 19. März 1911 an – auf Vorschlag der Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin Clara Zetkin (1857–1933) und Initiative von sozialistischen Organisationen. Zehntausende von Frauen gingen auf die Straßen – in den Städten Deutschlands, Österreichs, Schweiz und der USA. Sie forderten Gleichberechtigung, Wahlrecht für Frauen und Emanzipation von rückständigen Verhältnissen. Doch ist der Frauentag als Symbol der Emanzipation noch zeitgemäß? Schließlich ist ja die Gleichberechtigung der Geschlechter, zwar nicht flächendeckend realisiert, aber doch rechtlich gesichert, und...

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Für eine Politik der Teilhabe und Partizipation für alle Stader

Drei Themen standen im Mittelpunkt meiner bisherigen gesellschaftlichen und politischen Tätigkeiten: 1. Demokratie: Die Bedeutung der Demokratie für mich ergibt sich aus meinem Elternhaus; meine Eltern engagierten sich leidenschaftlich für die Ausweitung der bürgerlichen Rechte und Freiheiten in der Türkei. Auch für mich ist politische Beteiligung möglichst vieler an Entscheidungsprozessen sehr wichtig. Deswegen stehe ich für eine politische, gesellschaftliche und soziale Demokratie. 2. Migration: Als deutsche Staatsbürgerin mit kurdischen Wurzeln ist mir dieses Thema von Bedeutung. Dank Migration leben wir heute in einer Gesellschaft, die sich auszeichnet durch Vielfalt der Kulturen und Religionen sowie Pluralität der Lebensstile. Jetzt kommt es darauf an, bei Bewahrung unserer kulturellen und religiösen Unterschiede, verschiedener Lebensstile und Weltauffassungen, unser friedliches und solidarisches Miteinander in Stade zu stärken. 3. Familie und Beruf: Als Mutter zwei Töchter liegt es mir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders am Herzen. Deswegen ist die Erweiterung der politischen Rechte und Pflichten auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Einrichtungen und Vorgänge besonders wichtig. Politische Partizipation, gesellschaftliche Teilhabe für alle sowie ein friedliches und solidarisches Zusammenleben sind in einer hochkomplexen Gesellschaft wie die unsrigen kein Selbstläufer. Es bedarf leidenschaftlichen und zugleich sachlichen Engagements von Demokraten in allen gesellschaftlichen Bereichen. An diese Maxime habe ich mich bei meinen bisherigen gesellschaftlichen Aktivitäten orientiert, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Neben meiner hauptamtlichen Tätigkeit bei der AWO – Arbeiterwohlfahrt als Beraterin in der...

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Integrationsunwillig oder ausgegrenzt?

Migrantinnen in Deutschland: Warum gibt es immer noch türkische Frauen, die auch nach Jahren kein Deutsch sprechen und keine Kontakte haben zu Menschen außerhalb ihrer eigenen Gruppe? Fatma lebt seit 20 Jahren in Deutschland mit ihren 3 Kindern und ihrem Mann eher unauffällig in norddeutschen Stade. Sie hat dauerhafte Beziehungen nur zu Türkeistämmigen. Kontakte zu den Deutschen hat sie nur selten. Etwa wenn sie zur Behörde muss oder zum Arzt. Weil sie kaum Deutsch spricht, wird sie dorthin begleitet – entweder von ihrem Mann, wenn dieser nicht gerade Frühschicht hat, oder von ihrer älteren Tochter. Ist Fatma eine von diesen vielen „integrationsunwilligen Kopftuchträgerinnen“, über die hierzulande in den Medien viel, aber selten sachlich diskutiert wird? Und woran liegt es überhaupt, dass Frauen wie Fatma auch nach Jahren kaum Deutsch sprechen? Eine Erklärung ist, dass Migranten eine vollständige Integration in die Ankunftsgesellschaft als aussichtlos erscheint. Dies führt dazu, dass sie die notwendigen integrativen Investitionen nicht betätigen – sie lernen nicht die Landesprache, machen sich nicht mit den hiesigen Verhaltensmustern und kulturellen Gepflogenheiten vertraut. So wird ein Teufelskreis von Selbstausgrenzung, Benachteiligung und Entrüstung der Mehrheitsgesellschaft in Gang gesetzt, aus dem vielfach auch die folgenden Generationen nicht ausbrechen können. Umso wahrscheinlicher sind solche Integrationsverläufe, je geringer die Bildungsressourcen der Betroffenen sind. Verantwortlich ist aber auch die Integrationspolitik. Deutschland hat lange versäumt, ein Integrationskonzept zu erarbeiten. Schließlich sollten die Migranten ja nicht Wurzel...

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