Nicht wirklich viel Neues zu berichten gibt es für den ersten Monat des neuen Jahres.

In Sachen Bildungscampus Riensförde gibt es Weichenstellungen, das gesamte Projekt im sogenannten „ÖPP-Verfahren“ zu bearbeiten, also in Zusammenwirken von öffentlicher und privater Hand. Die Finanzierung soll über den städtischen Haushalt laufen, Bau und Instandhaltung durch Private. Nicht genug danken lässt sich in diesem Zusammenhang den vielen Ehrenamtlichen aus Lehrerschaft, Elternvertretungen und Politik sowie einigen fachkundigen Menschen, die sich allesamt mit der Verwaltung in Detailplanungen eingebracht haben. Da wird viel Sachverstand, Herzblut sowie Zeitaufwand investiert mit bislang wirklich tollen Zwischenergebnissen. Dass sich die Stadt nunmehr für die umgebenden Flächen ein Vorkaufsrecht sichert, ist sachlich völlig richtig.

Eine aufsehenerregende Aktion der ASF (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen) zum Anlass „100 Jahre Wahlrecht für Frauen“ fand unter Beteiligung von Fraktion und Bürgermeisterin großen Anklang in der Stader Innenstadt.

Beim Thema „Zukunft Camper Höhe“ spricht der VFL mittlerweile davon, nun doch bis 2040 den Pachtvertrag behalten zu wollen und hier weiter sportlich engagiert zu bleiben. Persönlich stelle ich mir nun die Frage, was der ganze Stress dann überhaupt sollte? Niemand in Politik und Verwaltung wollte Hand an das Gelände legen, der VFL selbst kam auf uns zu und wollte sich künftig auf Ottenbeck konzentrieren. Erst nach diesem Auftakt begannen gab es für uns überhaupt Bedarf, sich Gedanken über Finanzierung und künftige Ausgestaltung zu machen. Aber gut, hinterher ist man immer schlauer: Wir warten nun geduldig ab, ob überhaupt noch eine Kündigung des Pachtvertrages in Frage kommt. Das hätte selbstverständlich dann auch Auswirkungen auf das geplante Werkstattverfahren.

Abschließend möchte ich einige Gedanken wiedergeben, die mir Ende letzten Jahres zum wiederholten Male in den Sinn kamen und auch in meinem Grußwort unserer aktuellen Ortsvereinszeitung enthalten sind:

Es war einmal möglich, Meinungsverschiedenheiten sachlich zu diskutieren, auszuhalten und dabei vom Gegenüber wertschätzend behandelt zu werden. Eine zunehmende Verrohung ist festzustellen, Kritik vor allem in den so genannten sozialen Medien immer häufiger ehrabschneidend und aggressiv. Das geht oft auch gegen ehrenamtliche Kommunalpolitik, in der sich engagierte Frauen und Männer aus der Nachbarschaft nach Feierabend für die Belange unserer Hansestadt Stade einsetzen. Nicht aus Eigeninteressen, sondern um für die Gemeinschaft etwas zu bewegen. Dabei gelingt so einiges, manchmal geht auch etwas schief oder läuft unrund. Alles in allem ganz normal, schon Großmutter wusste: Nur wer nichts tut, macht auch keine Fehler.

Die Kunst des Zuhörens geht verloren, Streitkultur im besten Sinne findet immer weniger Raum. Das hat auch nichts mehr mit demokratischer Meinungsäußerung zu tun, es geht bestimmten Leuten nur noch um das öffentliche Niedermachen von Menschen. Vom geschützten Raum vor PC, Handy und Tastatur ja auch sehr einfach, kann sogar komplett anonym geschehen. Einem Gegenüber ins Auge sehen, unterschiedliche Ansichten diskutieren und Respekt voreinander haben? Findet immer weniger statt. Verwundert es dann, wenn sich immer seltener Menschen bereitfinden, ehrenamtlich politisch tätig sein zu wollen?

Das neue Jahr 2019 bietet auch Gelegenheit, einen Umschwung einzuleiten und wieder mehr nach dem Miteinander zu suchen. Ich bin sicher, es gibt eine überwältigende Mehrheit, denen diese Entwicklung absolut gegen den Strich geht. Sie wird momentan noch von einer lauten, wortgewaltigen sowie nicht selten aggressiven Minderheit übertönt und zieht sich zurück. Schweigen aufbrechen, Pöbeleien als da zu entlarven was sie sind und der gepflegten Argumentation wieder Raum zu geben. Das sind meine persönlichen Ziele im neuen Jahr – sind Sie/ bist Du dabei?

Kai Holm

Fraktionsvorsitzender

31.01.2019