Am Montag, den 23.07.2018, fand die erste Critical Mass in Stade statt. Darunter ist eine hinreichend große Gruppe von Radfahrenden zu verstehen, die gemäß §27 der Straßenverkehrsordnung als geschlossener Verband die Fahrbahn nutzen dürfen. Es handelt sich um eine internationale Initiative von Radfahrenden, die durch diese Aktionen auf ihr gutes Recht hinweisen wollen, als Teilnehmer am Verkehr wenigstens gleichberechtigt bei allen Planungen innerstädtischer Verkehrsführungen Beachtung zu finden.

Trotz der Novelle zur Straßenverkehrsordnung vor rund 20 Jahren, welche dem Radverkehr unmissverständlich einen angemessenen Anteil an sicheren Verkehrsflächen zubilligt, haben in vielen Städten und Gemeinden die Radfahrenden noch immer den Charme von Verkehrsteilnehmern zweiter Klasse. Die Prioritäten werden dem motorisierten Verkehr zugestanden.

Das gilt leider auch für die Verkehrsplanungen in Stade. Übersehen wird dabei, dass die Förderung des Radverkehrs die Lösung darstellt für etliche Probleme im Verkehr: Sei es der generelle Mangel an Parkplatzflächen, sei es die Nutzung als Parkplatz an eigentlich bürgerfreundlich zu nutzenden Orten (etwa am Stadthafen als idyllische Schnittstelle zwischen Altstadt und dem ambitionierten Bau-Projekt „HafenCity“ in der Salztorsvorstadt), sei es der Verkehrsstau zu rush-hour-Zeiten. Die Radfahrenden beanspruchen jederzeit- sei es beim Fahren, sei es beim Parken – nur ein Zehntel des Verkehrsraums, welches ein Autofahrer verlangt.

Deshalb sollte jede und jeder Radfahrende übrigens als Freund des Motorisierten angesehen werden – und nicht als Konkurrent.

Die erste Critical Mass in Stade wurde von rund 40 radfahrenden Bürgern aktiv begleitet. Die Strecke führte über einige Hauptverkehrswege der Stadt (Altländer Straße, Hansestraße, Glücksburger Straße, Bremervörder Straße etc.). Konflikte mit ungeduldigen Autofahrern, welche am Überholen gehindert wurden, gab es nur wenige.

Der Ursprung dieser Aktion in Stade geht auf eine Initiative des Ortsvereins der SPD zurück. Die Fahrrad AG der SPD verfolgt seit nunmehr zwei Jahren das Ziel, die Radwegesituation in Stade detailliert zu analysieren und zu verbessern. Dabei steht nicht ein parteipolitisches Interesse im Vordergrund, sondern die Sache an sich. Beweglichkeit und Mobilität im innerstädtischen Raum ist ein fundamentales Bürgerrecht. Es gilt für alle Bewegungsarten. Insbesondere aber für jene, welche das Stadt- und Welt-Klima am wenigsten negativ beeinflussen.

 

Für die Fahrrad-AG

Ulrich Wiegel
Schnurweg 31
21680 Stade
ulrich.wiegel@ewetel.net