Auf Initiative von Frau Bürgermeisterin Silvia Nieber kam es am 28.02.18 zu einem Austausch zwischen Verantwortlichen der Stadtverwaltung und des Rates sowie Vertretern der seit längerer Zeit agierenden „Arbeitsgemeinschaft Fahrrad“. Diese von der SPD Stade gegründeten Initiative haben sich neben Parteimitgliedern insbesondere auch ein Vertreter des ADFC und interessierte sachkundige Bürger angeschlossen. In sachlicher Atmosphäre konnten die zum Teil unterschiedlichen Auffassungen von der Einbindung und Förderung des Radverkehrs in das Verkehrsgeschehen der Stadt erörtert werden. Deutlich wurde, dass die baulichen Gegebenheiten mit größtenteils beengten Verkehrsflächen vielerorts offenbar nur wenig Spielraum bieten für klar abgegrenzte Trassen aller Verkehrsteilnehmer. Dem gegenüber steht die Feststellung, dass in Stade die verkehrswissenschaftlichen Empfehlungen oder gar rechtlichen Vorgaben für die Gestaltung von Radverkehrsanlagen nicht berücksichtigt werden. Diesem Zielkonflikt wird sich die Stadt in naher Zukunft widmen wollen. Es wird Aufgabe werden für die neu geschaffene und in Kürze besetzte Stelle für Verkehrsplanung.

Die AG Fahrrad hat deutlich mehr als 100 Schwachstellen im Radwegenetz erkundet. Einige davon sind das Ergebnis eines noch fehlenden bzw. nicht umgesetzten Radwegekonzepts. Andere verweisen auf echte oder potentielle Gefahrenstellen für Radfahrende. Letztere zeigen sich zum Beispiel durch eine nicht nachvollziehbare Radwegebenutzungspflicht wie etwa in der Neubourgstraße, dem Bahnhofsbereich oder dem Kuhweidenweg.

Um in der Verbesserung für Radfahrende zeitnah voranzukommen wurde vereinbart, dass die „Feldbeobachtungen“ der Fahrrad AG zu unterscheiden sind zwischen strukturellen Schwächen und den – aus Gründen der Verkehrssicherheit – notwendigen Sofortmaßnahmen. Zu Letzterem wird die Fahrrad AG demnächst eine Prioritätenliste vorlegen.

Konzeptionelle und tiefgreifendere Maßnahmen mit größeren Eingriffen in die Verkehrsregulierung werden auf später vertagt, sobald der oder die Verkehrsplaner/in tätig wurde.

Wie auch immer es vorangehen mag: Die Fahrrad AG dankt der Bürgermeisterin, dem Rat und der Verwaltung für die Ermöglichung dieses konstruktiven Dialogs.