Oliver Kellmer

Die Wortwahl, die der zweite stellvertretende Stader Bürgermeister bei der Beschreibung der Castor-Zwischenlagerungs-Problematik gewählt hat, ist durchaus robust. Sie wird den Menschen, die sich friedlich gegen die Atomkraft aussprechen und schon frühzeitig – früher als die jetzige Bundesregierung – vor den Gefahren der Atomkraft gewarnt haben, nicht gerecht. Zudem ist die Stellungnahme im Stader Tageblatt vom 16.04.2013 in der Sache wenig hilfreich.

Fakt ist, dass voraussichtlich ab 2015 insgesamt 26 Behälter aus der Wiederaufarbeitung aus Sellafield (GB, 21 Behälter) und La Hague (FR, 5 Behälter) zurückerwartet werden. Im Rahmen der Einigung zwischen Bund und den Ländern – insbesondere Niedersachsen – über die Endlagersuche war vereinbart worden, bis Ende 2015 Kriterien für ein mögliches Endlager für hochradioaktiven Atommüll zu erarbeiten. Bis dahin sollen keine weiteren Castoren mehr nach Gorleben transportiert werden.

Vielmehr sollen die oben genannten und noch ausstehenden Transporte in nahe gelegene Standorte bestehender Atommeiler erfolgen. Peter Altmaier (CDU) hat für die Sellafield-Transporte hafennahe Standorte vorgeschlagen. Für die La Hague-Transporte komme eher ein Zwischenlager in Baden-Württemberg in Betracht. Die Zwischenlagerung soll dann bis zur Verfügbarkeit des Endlagers dauern. Dieses Endlager wird nicht in Brunsbüttel liegen. Ob technisch überhaupt eine Einlagerung aller 21 Behälter in Brunsbüttel möglich wäre, ist ohnehin mehr als fraglich. Eine Verteilung auf mehrere Schultern, wie sie Torsten Albig vorschlägt, wäre hier sicher sachgerecht.

Diejenigen, die nun weiterhin auf einer Zwischenlagerung in Gorleben pochen, wollen offensichtlich die Rot/Grüne-Regierung in Niedersachsen damit unter Druck setzen. Diese hat es jedoch durch ihre konsequente Haltung geschafft, die Vorfestlegung auf Gorleben zu durchbrechen und den Weg zu einer realistischen Endlagersuche freizumachen. Hierfür hat sie gerade aus niedersächsischer Sicht den größten Respekt verdient.