Der 23.03.1933 – heute vor 80 Jahren – ist der Tag der deutschen Sozialdemokratie.

Der neugewählte Reichstag kommt in der Krolloper zu den Beratungen über das Ermächtigungsgesetz zusammen. Die sozialdemokratische Fraktion hatte darüber beraten, ob und wie man sich an der Debatte beteiligen solle. Wegen der Gefahren wurde von einigen der Vorschlag gemacht, es bei einer schriftlichen Stellungnahme bewenden zu lassen. Otto Wels, Dr. Schumacher und andere wandten sich entschieden dagegen. Louise Schröder bekannte „Ich sage Euch, ich gehe, und wenn sie mich drüben in Stücke reißen“.

Unmittelbar vor der Abstimmung wurden Julius Leber und der der ehemalige Minister Severing verhaftet. Viele weitere befanden sich schon in Schutzhaft. Abgeordnete anderer Parteien sagten den Sozialdemokraten „Reist ab oder sagt ja, ihr seid in Lebensgefahr!“.

Was dann kam ist Legende. Otto Wels lieferte sich das einzige Rededuell mit Adolf Hitler im Reichstag im „Dritten Reich“ und sicherte mit seiner Bestimmtheit und seinem Bekennermut nicht nur die Ehre der Sozialdemokratie, „sondern der deutschen Demokratie überhaupt“ (Heinrich August Winkler).

Nicht die ganze Rede ist auf einem Tonträger erhalten. In die Geschichte geht der Schluss der Rede von Otto Wels ein:

„Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“

Das war heute vor 80 Jahren. 150 Jahre SPD – 150 Jahre deutsche Geschichte.