Der 05.03.1933 – heute vor 80 Jahren – findet die Reichstagswahl statt.
Eine freie Wahl ist es nicht mehr. Viele Kommunisten befinden sich in „Schutzhaft“, die Presse steht stark unter Druck, viele Zeitungen sind verboten. Es herrscht Terror auf den Straßen, insbesondere nach dem Reichstagsbrand.

Dennoch erringt die neue Regierung keine absolute Mehrheit und muss eine Koalition eingehen.

Trotz allem erkämpft die SPD 18,3 % der Stimmen, erreicht 120 Sitze und verliert nur einen. Friedrich Stampfer (SPD, MdR) schreibt im Sozialdemokratischen Pressedienst:

„Ein Ruhmestag in der Geschichte der Deutschen Sozialdemokratie – das ist und bleibt für alle Zeiten der 5. März 1933. Noch nie, auch in der Zeit des Sozialistengesetzes nicht, hat die Partei einen solchen Wahlkampf erlebt! Geknebelt und gebunden, gehetzt und verfolgt, mit Verleumdungen überschüttet, gegen die sie sich nicht wehren konnte, so ging sie in diesen Kampf.“

Stampfer forderte die neue Regierung auf, nun streng nach den Maßgaben der Verfassung – ohne Inanspruchnahme des Art. 48 WRV – zu regieren und versprach unter diesen Voraussetzungen eine  konstruktive Opposition. Aber:

„Wir zeigen damit, den Herren von heute die Möglichkeit, den politischen Kampf in Deutschland wieder auf ein Niveau zu bringen, das eines Kulturvolkes würdig ist. Diese Möglichkeit bietet ihnen jetzt die Verfassung. Sie zeigt den Weg. Wird dennoch ein anderer, ihm entgegengesetzter beschritten, so mögen die Sieger von heute dafür die Verantwortung übernehmen. Sie werden auf Dauer nicht tragen können. Was aber immer die nächste Zeit bringen mag, – die Sozialdemokratie steht fest. Eine Partei, die einem solchen Sturm standgehalten hat, ist eisern und unerschütterlich.“

Das war heute vor 80 Jahren. 150 Jahre SPD – 150 Jahre deutsche Geschichte.