Große öffentliche Beachtung findet die Tatsache, dass der Kooperationsvertrag zur offenen
Kinder- und Jugendarbeit zwischen Stadt Stade und der Kirche bzw. der AWO aufgehoben,
ggf. gekündigt werden soll. Die bisherigen Darstellungen dazu haben allerdings immer nur
Teilaspekte der Gesamtsituation beschrieben und somit für teilweise unnötige Aufregung
gesorgt. Das ist umso ärgerlicher, weil allen Hauptakteuren bzw. bisherigen Vertragspartnern
die notwendigen Informationen in ihrer Gesamtheit rechtzeitig zur Verfügung standen.
Zur Versachlichung hier eine kurze Gesamtdarstellung: 1999 schloss die Stadt die
Vereinbarung mit der Kirchengemeinde über offene Kinder- und Jugendarbeit – seinerzeit als
örtlicher Träger der Jugendhilfe. Ab 2012 ist das Jugendamt auf den Kreis übergegangen,
die Stadt Stade ist nicht mehr Jugendhilfe-Träger und damit zunächst die bisherige
Vertragsgrundlage entfallen. Da die Stadt hier immerhin fast 100.000 Euro jährlich ausgibt,
soll im Sinne eines optimalen Finanzmitteleinsatzes die Kinder- und Jugendarbeit bis zum
Beginn 2013 ein neues, städtisches Gesamtkonzept entstehen, welches derzeit in
Erarbeitung ist. Den bisherigen Kooperationspartnern wurde ein Aufhebungsvertrag zu Ende
2012 angeboten, welcher durch Bestandsschutz letzten Endes sogar die Finanzierung
unkündbarer Stellen der Kirche bis Ende 2013 vorsieht. Im Falle der Nichteinigung soll mit
entsprechender Frist der Vertrag allerdings auch hilfsweise gekündigt werden.
Bis das neue Konzept vorliegt, können logischerweise keine neuen Verträge abgeschlossen
werden, weder für dauerhafte noch projektbezogene Zusammenarbeit. Hier wird man sich in
Geduld üben müssen, bis konkrete Pläne vorliegen. Dass dann eine neue Form der
Zusammenarbeit stattfindet, ist sehr gut möglich, vielleicht sogar mit bisher schon im Bereich
tätigen Personen. Keine Rede kann davon sein, dass stadtteilbezogene Kinder- und
Jugendarbeit künftig nicht stattfindet oder nun plötzlich eine Art soziales Elend in einzelnen
Stadtteilen ausbrechen wird. Stadt Stade und Kommunalpolitik wollen Möglichkeiten prüfen,
durch besser koordinierte Steuerung über den Finanzmittelgeber ( d. h. die Hansestadt
Stade ) in Zukunft sogar eine effektivere Kinder- und Jugendarbeit anbieten zu können.
Sobald Konkreteres feststeht, werden neue Gespräche über Kooperationsmöglichkeiten mit
Kirche, AWO und möglicherweise weiteren Einrichtungen stattfinden.
Die SPD-Fraktion steht zu dieser strukturierten, offen und fairen Vorgehensweise, welche
keinerlei Affront gegen bisherige Kooperationspartner bedeutet. Im Sinne der Kinder und
Jugendlichen rufen wir zu einer sachorientierten, ergebnisoffenen Diskussion auf. Nach
Vorliegen des neuen städtischen Konzeptes Anfang 2012 wird es ausreichend Gelegenheit
zum inhaltlichen Einstieg und, im Falle einer Einigung, zur Zusammenarbeit geben.
Kai Holm
Fraktionsvorsitzender